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Rheinsbergfahrt

Was für ein Erlebnis!

Über das Ziel unserer diesjährigen Wanderfahrt hat unser Ruderwart Lutz lange ein Geheimnis gemacht. Im letzten Jahr hieß es immer: „Lasst Euch überraschen! Claus hat da eine Idee.“

Anfang Januar rückte er endlich mit der Sprache raus, nachdem er bereits Kontakt zum dortigen Ruderverein aufgenommen und die möglichen Zielfahrten ausgearbeitet hatte. Die Gewässer um Rheinsberg sollten das Ziel sein. Unser Quartier wollten wir beim RV Rheinsberg aufschlagen. Sogar unser Claus hatte Anfang des Jahres noch das Ziel, an der Wanderfahrt teilzunehmen.

Am letzten Wochenende vor den Ferien war es endlich soweit. 11 Kameradinnen und Kameraden trafen sich am Samstag, den 30. Juni, bei bestem Wetter um kurz vor 10 Uhr beim RV Rheinsberg, luden ihr Gepäck aus und machten die Boote, die wir von dort geliehen bekamen, ruderfertig.

Detlef und Tero übernahmen den Landdienst unterstützt von Heike bzw. Anni, die sich die Ruderstrecke teilten. So bestand unsere Flotte aus einem Vierer und einem Zweier. Die Kameraden vom RV Rheinsberg gaben uns noch Tipps über einige Besonderheiten und Gefahrenstellen auf den geplanten Touren, dann konnte es losgehen.

Am ersten Tag war das Ende des Großen Pälitzsee das Ziel. Wir starten auf dem Grienericksee. Weiter ging es über den Rheinsberger See und durch den Repenter Kanal, in dem die erste Gefahrenstelle auf uns wartete. Hier gab es eine Brücke ähnlich dem Nadelöhr, die in einer Kurve lag und damit schlecht einsehbar war.

Aus diesem Grund beschloss der Landdienst, sich als erste „Fotostation“ auf der Brücke zu postieren, um vor eventuellem Gegenverkehr zu warnen. Es ging aber alles glatt. Nun ging es über den Schlabornsee und durch den Jagowkanal zum Tietzowsee. Zu Beginn des Großen Prebelowsees bogen wir rechts ab in den Hüttenkanal, an dem auch die Schleuse Wolfsbruch bei Kleinzerlang lag, die wir passieren mussten. Hier wartete der Landdienst ein weiteres Mal um Fotos zu schießen.

Am Ende des Hüttenkanals verließen wir Brandenburg und fuhren auf den Kleinen Pälitzsee, der bereits zu Mecklenburg-Vorpommern gehört. Hier verloren die Steuerleute etwas die Orientierung und hielte sich immer unter Land, so dass die erste Bucht voll ausgefahren wurde – auf dem Rückweg waren wir schlauer. Im Übergang zum Großen Pälitzsee kam die große Überraschung, auf dem Wasser gab es einen schwimmenden Kiosk, bei dem wir Eis und Bier kaufen konnten, das war doch eine willkommene Pause.

Am Ende des Großen Pälitzsee angekommen irrten die Ruderer erst etwas umher, bevor sie den wild Fahne schwenkenden Landdienst entdeckten, der bereits im Vorfeld eine Anlegemöglichkeit ausgekundschaftet hatte. Die Boote wurden am Ufer fest gemacht und die Ruderer konnten sich an Land die Beine vertreten. Das mitgebrachte Picknick wurde ausgepackt und alle stärkten sich für die Rückfahrt.

Die mussten wir auch bald antreten, denn für 19.00 Uhr hatten wir einen Tisch zum Abendessen in einem Restaurant in Rheinsberg bestellt und wir wussten nicht, wie lange die Wartezeit vor der Schleuse Wolfsbruch sein würde. Der Zweier hatte es besonders eilig, voran zu kommen, denn sie wollten noch einmal bei dem schwimmenden Kiosk anhalten. Die Wartezeit an der Schleuse hielt sich in Grenzen und so verlief die Rückfahrt ohne Probleme, allerdings noch mit einem Highlight.

Auf dem Tietzowsee begegnete uns ein Ausflugsdampfer aus Rheinsberg, der sich ebenfalls auf den Rückweg machte. Wir ließen ihn vor, um nicht im Jagowkanal vom Dampfer „gejagt“ zu werden. Da dieser jedoch in Zechlinerhütte am Schlabornsee noch einmal anhielt, überholten wir ihn wieder. Gleiches Spiel am Repenter Kanal, ich ließ den Dampfer wieder vor. Welch Glück, denn jetzt folgte ein tolles Schauspiel.

Ich wunderte mich zunächst, warum das Motorboot vor uns plötzlich langsamer wurde und vermutete Gegenverkehr in der Engstelle. Doch dann entdeckte ich den Grund. „Ruder halt und umdrehen, dass müsst ihr sehen!“ lautete mein überstürztes Kommando. Lutz korrigierte mich noch mit „Blatt ab, nicht vergessen!“ Doch das war in dem Moment Nebensache, denn vor uns quetschte sich der Dampfer im Zeitlupentempo durch die Engstelle. Das war gekonnt, den an den Seiten und oben waren vielleicht noch jeweils 10 cm Platz, sehr viel mehr bestimmt nicht. Das war ein bleibendes Erlebnis und ich schüttelte noch Minuten später den Kopf, weil ich es nicht glauben konnte, wie der Dampfer da durch gepasst hat.

Wieder beim RV Rheinsberg angekommen, wurden schnell die Boote getrocknet und die Ruderer verschwanden unter der Dusche. Dann machten wir uns auf den Weg zum Restaurant Laternenhof, wo wir gemütlich im Innenhof saßen und unser Abendessen genossen, allerdings waren wir dann doch froh, dass wir eine Jacke dabei hatten, denn ohne Sonne wurde es dann doch etwas kühl.

Wieder zurück im Bootshaus bauten wir zunächst unsere Betten im Sportraum auf und versammelten uns dann noch auf dem Balkon, um bei einem Bier oder Glas Wein den schönen Abendhimmel kurz nach Sonnenuntergang zu genießen, den Tag Revue passieren zu lassen und Pläne für das nächste Jahr zu schmieden. Nach und nach verschwanden dann alle in ihren Schlafsäcken, um fit für den kommenden Tag zu sein. An dieser Stelle mal ein Lob an alle Schnarcher, denn es war diesmal erstaunlich ruhig im Schlafsaal, da sind wir von den letzten Fahrten anderes gewohnt.

Da am Sonntag eine Sportveranstaltung (Swim and run) in Rheinsberg stattfand und sich die Helfer zur Besprechung um 9.00 Uhr beim RV Rheinsberg trafen, mussten wir bereits um 8.00 Uhr frühstücken, damit um 9.00 Uhr alles für die Helferbesprechung bereit war. So konnten wir wenigstens unsere heutige Tour zum Schwarzen See um kurz vor 10 Uhr wieder bei sonnigem Wetter aber doch sehr viel Wind beginnen. Der Start war identisch mit der Tour vom Vortag. Am Tietzowsee jedoch bogen wir nach links in den Zootzenkanal ein, der im Zootzensee mündete, den wir überqueren mussten. Diesmal wurden vorher die mitgebrachten Wasserkarten genau studiert, damit nicht wieder irgendwelche Umwege gefahren wurden.

Weiter ging es durch einen Verbindungskanal zum Großen Zechlinsee, durch den Zechliner Kanal zum Schwarzen See. Hier war das Gelände des dort ansässigen Rudervereins unser Ziel, dessen Tore offen standen, so dass wir auf dem Gelände gemeinsam mit dem Landdienst Pause machen konnten.

Einige nutzten die Gelegenheit, um sich nach der Stärkung im See zu erfrischen, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Mit dem Landdienst vereinbarten wir, dass wir auf dem Rückweg am Tietzowsee beim Restaurant „Zum Achter“ noch einmal anlegen wollten. So wurden wir von Anni, Detlef und Tero bereits erwartet, als wir aus dem Zootzenkanal kamen. Das Anlegen beim Restaurant klappte super und so genossen wir Eis bzw. Kuchen um für die letzten Kilometer gestärkt zu sein.

Auch heute sorgte die Engstelle im Repenter Kanal für Belustigung, denn ein „Freizeitkapitän“ überschätzte seine Fähigkeiten wohl etwas und legte sich zwischen den Pollern vor der Engstelle fast quer. Irgendwie schaffte er es dann doch. Vielleicht sollte er bei den Dampferkapitänen in die Lehre gehen.

Wieder beim RV Rheinsberg angekommen, war heute gründliches Boote sauber machen angesagt. Gegen 16.00 Uhr waren die Boote wieder im Stall und unsere Gruppe löste sich schnell auf. Sicher wäre es schön gewesen, wenn wir uns im Anschluss noch auf ein Getränk zusammen gesetzt hätten, aber einige wollten doch schnell nach Hause, denn schließlich lagen ja noch ca. ein einhalb Stunden Rückfahrt nach Berlin vor uns.

Insgesamt bleibt fest zu halten, dass es eine sehr schöne Fahrt war, die allen Beteiligten viel Spaß gemacht hat. Unser Dank gilt unserem Claus, für die tolle Idee, Lutz, für die gute Organisation sowie dem Landdienst, für das Erledigen der Einkäufe. Wir freuen uns schon auf das Ruderwochenende im nächsten Jahr, ist diese Tour doch immer ein Highlight unseres Vereinslebens, die den Zusammenhalt stärkt.